In der vorkolonialen Zeit ist das Kap vom einheimischen Hirtenvolk der Khoi bewohnt, die mit den ersten europäischen Einwanderern des 16. und 17. Jahrhunderts Handel treiben.
Das Kap der Guten Hoffnung (auch als das Kap der Stürme bekannt) ist geografisch und politisch von großer Bedeutung, da die einzige Handelsroute von Europa und von Amerika nach Indien und zu den sogenannten ostindischen Gewürzinseln hier vorbeiführt.
Der erste europäische Seefahrer, der das Kap umsegelt, ist Bartolomeu Dias, im Jahre 1488.
Erst mehr als 150 Jahre später, im Jahre 1652, errichten die Holländer eine Dauersiedlung, in der sich die Handelsschiffe, die diese gefährlichen Route befahren, mit frischen Lebensmitteln eindecken.
Der erste Gouverneur des Kaps, Jan van Riebeeck, baut die sternförmigen Befestigungen des Castle of Good Hope. Diese Festung wird im Jahre 1679 fertiggestellt und ist das älteste noch existierende Gebäude Südafrikas. Es beherbergt heute ein Museum und ist im Stil des 18. Jahrhunderts gehalten.
Als der Handel zwischen Europa, Indien und dem Osten zunimmt, wird auch das Kap (Kapstadt und sein Hinterland) politisch immer wichtiger. Die Briten übernehmen 1795 die Kontrolle des Kaps, geben es 1802 wieder an die Holländer zurück, erobern es aber erneut und besetzen es von 1806 bis 1814. Danach ist das Kap nominell bis 1910, als die Südafrikanische Union gegründet wird, unter britischer Hoheit.
Als der Handel zwischen Europa, Indien und dem Osten zunahm, wurde auch das Kap (Kapstadt und ihr Hinterland) politisch immer wichtiger. Die Briten übernahmen 1795 die Kontrolle des Kaps, übergaben es den Holländern wieder 1802, kämpften später wieder darum und besetzten es von 1806 bis 1814. Danach war das Kap nominell unter britischer Hoheit bis 1910, als die Südafrikanische Union gegründet wurde.
Abgesehen von den Holländern und den Briten, spielten auch andere Nationalitäten eine Rolle in der Geschichte des Kaps, so etwa die Franzosen – viele von ihnen waren Hugenotten, die vor der religiösen Verfolgung des 17. Jahrhunderts flüchteten –, und die Malaien, die vor allem als Sklaven während der holländischen Herrschaft ins Land kamen.
Der französische Einfluss ist vor allem in dem kleinen Ort Franschhoek in Western Cape zu bemerken, etwa eine Autostunde von Kapstadt entfernt, während der malayische Einfluss vor allem in der Kochkunst und z.B. im farbenprächtigen Bo-Kaap-Viertel in Kapstadt zu sehen ist.
Ebenso wie in anderen großen Städten Südafrikas wurden auch in Kapstadt große Bevölkerungsgruppen aus der Stadt vertrieben, als die Apartheidgesetze in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Zusammenleben der verschiedenen Rassen für gesetzwidrig erklärten. Im District Six Museum erinnern heute Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände an die Bewohner des Viertels von District Six; sie wurden von ehemaligen schwarzen Einwohnern und den Coloureds gestiftet, die während der Apartheid zwangsweise in die bis dahin unbewohnten Gebiete der Cape Flats umgesiedelt wurden.
Traurige Berühmtheit erlangte Kapstadt auch wegen Robben Island, der ein paar Kilometer von der Küste gelegenen Gefängnisinsel, wo einige der prominentesten Apartheidgegner eingekerkert worden waren. Zu ihnen zählte auch Nelson Mandela.
Außerhalb von Kapstadt können Sie viele kleine geschichtsträchtige Orte besuchen. Um 1800 z.B. wurden von europäischen Missionaren entlang der heutigen West Coast Mission Route Missionsstationen errichtet.
Die holländische Architektur ist in vielen älteren Orten der Provinz zu finden, aber Stellenbosch, »die Stadt der Eichen«, ist mit vielen unveränderten historischen Gebäuden am besten erhalten.
Die zahlreichen Galerien und Museen der Provinz Western Cape zeigen verschiedene historische Sammlungen an Goldgegenständen, Möbelstücken, Felsmalereien, Dinosaurier- und anderen Fossilien sowie Steinzeitwerkzeuge.
Aber es ist gar nicht nötig, ein Museum zu betreten, um einen Eindruck von der Geschichte und den multikulturellen Traditionen der ältesten Provinz Südafrikas zu bekommen. Es genügt, einfach eine Straße im Zentrum von Kapstadt entlangzuschlendern oder die teilweise mehrere Jahrhunderte alten Kellereigebäude eines Weinproduzenten auf dem Land zu besuchen.